ANNA ZORA

Werk — Reihe 01
Wertschöpfung. Wertschätzung. Würde.
Kleidung ist heute billig. Damit sie das sein kann, wird auf dem Weg vom Stoff bis ins Regal an jeder Station gespart: am Material, an der Zeit, an den Löhnen. Wer näht, verdient am wenigsten — und wird am wenigsten gesehen.Am Ende steht ein Kleidungsstück, das nach einer Saison ersetzt wird. Das ist kein Versehen, sondern das Geschäftsmodell: Nur was schnell weggeworfen wird, wird schnell neu gekauft.Für diese Reihe arbeite ich mit Leinwandstoff — dem Textil, das sonst nur Träger für Farbe ist. Hier ist es das Werk selbst. Was sonst hinter dem Bild liegt, kommt nach vorn.Das Material begleitet mich seit 2015. Damals entstand die Reihe „elastik“ aus Leinwandstoff, Silikon und Seil; es ging um das Körperinnere. Erst später wurde daraus die Frage nach Arbeit und Wert. Der Stoff war vor dem Thema da.In den Jacken der Wearable Art drehe ich den Weg um: Dort nehme ich ein fertiges Kleidungsstück und gebe ihm einen Wert zurück.
Werk — Reihe 02
Körper zerlegt. Fläche behauptet.
Der Torso als Ausgangspunkt, nie als Ganzes. Was bleibt, ist ein Ausschnitt — Schulter, Hüfte, Ansatz einer Bewegung. Die Fläche entscheidet, was sichtbar wird und was nicht.Die Arbeiten entstehen in Schichten aus Tusche, Acryl und Pigment. Kein Werk zeigt eine bestimmte Person. Was entsteht, ist eine Figur, die man nicht identifizieren kann und trotzdem wiedererkennt.
Werk — Reihe 03
Die Farbe entscheidet mit.
Schüttungen entstehen im Fließen. Ich lege die Richtung fest, die Menge, den Moment des Kippens — was danach passiert, gehört der Schwerkraft. Die Farbe sucht sich ihren Weg über die Fläche, läuft, staut sich, reißt auf.Der Reiz liegt in dieser geteilten Autorschaft. Ich kann eine Schüttung vorbereiten, aber nicht zeichnen. Was entsteht, ist einmal da und nie wieder gleich.
Werk — Reihe 04
Der Körper löst sich auf.
Diese Arbeiten sind dreidimensional gedacht, auch wenn sie an der Wand hängen. Material mit Geschichte: Holz, Knochen, Stoff, Blattgold. Nichts davon ist neutral, jedes Stück bringt seine Herkunft mit.Der Körper erscheint hier nicht als Figur, sondern als Rest — als Umriss, Hülle, Abdruck. Was hart aussieht, wirkt weich; was weich ist, trägt. Die jüngsten Arbeiten der Reihe, „Susanna“ und „Atado“, gehen 2026 zur Venice International Art Fair
Wearable ArtFast Fashion ist auf Vergessen angelegt.

Ein Stück soll austauschbar sein, damit man das nächste kauft. Ich arbeite mit Kleidung aus zweiter Hand ebenso wie mit neuwertiger Ware und werte sie durch meine Kunst zum Unikat auf.Jede Jacke wird von Hand bemalt und existiert genau einmal. Aus einem beliebigen Stück wird eines, das man behält. Das ist kein Recycling im ökologischen Sinn, sondern eine Wertentscheidung: Ich gebe einem Gegenstand die Einmaligkeit zurück, die ihm die Produktionskette genommen hat.Und die Trägerin trägt sichtbar, dass jemand daran gearbeitet hat.


  • Offenbach am Main, Deutschland
  • Bei berechtigtem Interesse kontaktieren sie mich gerne zur Vereinbarung eines persönliches Termins.

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